Kapitel 3 – Der Mann aus Offenbach

Angelegt am 04.06.2026 um 18:57 Uhr

Während Hannes im Frankfurter Fitnessstudio heldenhaft den Mangel an Blaubeer-Flavor ertrug, saß im fernen Offenbach – also nur wenige S-Bahn-Minuten entfernt – ein Mann mit gerunzelter Stirn vor einer Monitorkonsole. Ingo Ingenieur, Ingenieur von Beruf, trug das Gesicht eines Mannes, der schon viel zu lange mit demselben Problem lebte: dem Kadaver eines defekten Satelliten, der seit Monaten stumm am Himmel trieb.

Für Ingo Ingenieur war dieser tote Satellit nicht nur ein Stück Weltraumschrott – er war eine offene Rechnung. Ein Puzzle, das er nicht lösen konnte, ohne fremde Hilfe zu holen. Und genau diese Hilfe wollte er nicht von Elon Musk erbitten, dem Mann, der gefühlt alle anderen Satelliten der Erde besaß.

Nicht, dass Ingo Ingenieur Angst vor Musk hatte. Nun ja… vielleicht ein bisschen. Es war weniger die Technik, sondern die soziale Hürde. Wie fängt man Smalltalk mit Elon Musk an? Fragen nach Frau und Kindern? Bei Musk war das wie russisches Roulette: Man wusste nie, welche Kinder für ihn gerade noch existieren und wie ihre Namen buchstabiert wurden. Die Zeichenketten waren komplexer als ein Passwort für die Bank. Das Risiko, sie falsch auszusprechen und dafür ein überhebliches, knochentrockenes Lachen zu kassieren, war Ingo Ingenieur schlicht zu hoch.

Und so blieb Ingo Ingenieur allein. Nur er, der tote Satellit und die leise Hoffnung, ihn ohne fremde Hilfe zu reaktivieren. Ingo Ingenieur war überzeugt: Der Schlüssel lag in einem einzelnen, präzisen Impuls. Ein Impuls, der den Kadaver wieder ins Leben reißen würde – und von dem er nicht ahnte, dass er den Blick der Welt schon bald auf den glühenden Boten des Untergangs lenken würde.

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