2026 Juli – Alpenüberquerung – Tag 3: Vom Fernsteinsee nach Imst

2026 Juli – Alpenüberquerung – Tag 3: Vom Fernsteinsee nach Imst

Veröffentlicht am 4. Juli 2026

Gerade sitze ich in meinem Hotelzimmer. Die Knie sind frisch getapet, die Pflaster an den Füßen gewechselt, ich bin geduscht und habe mich mit Franzbranntwein und Voltaren eingerieben. Ich bin ziemlich müde und werde gleich noch etwas essen gehen.

Heute war wirklich ein anstrengender Tag. So etwas Herausforderndes habe ich bisher, glaube ich, noch nicht erlebt – nicht nur körperlich, sondern auch mental. Auf einer relativ kurzen Strecke ging es mehr als 1.000 Höhenmeter bergauf. Es gab keine Alternative: Mitten am Hang führte der Weg nur nach oben. Umkehren war keine Option. Einmal angefangen, musste ich durchziehen.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass es am besten ist, gar nicht so weit nach oben zu schauen. Nicht den ganzen Hang im Blick haben, sondern einfach nur die nächsten fünf Meter. Einen Schritt nach dem anderen. Genau das hat heute funktioniert.

Dazu musste ich mich ständig konzentrieren. Der Weg war oft nur ein schmaler Trampelpfad am Hang entlang. Immer aufpassen, nicht über Wurzeln zu stolpern oder einen falschen Tritt zu machen. Die eigentliche Herausforderung war aber nicht der Weg, sondern die endlosen Höhenmeter, die sich auf so kurzer Strecke unglaublich lang angefühlt haben.

Oben angekommen wurde ich dafür belohnt. Der Blick hinunter ins Tal war jede Anstrengung wert. Besonders beeindruckt hat mich außerdem ein Wasserfall in einer Klamm. Über eine Gitterbrücke ging es direkt darüber hinweg, während einem die kalte, frische Luft des Wassers entgegenkam – eine herrliche Abkühlung nach dem langen Aufstieg.

Am Ende führte der Weg weiter nach Imst. Jetzt freue ich mich auf ein gutes Abendessen und darauf, den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen.