2026 Juli – Alpenüberquerung – Tag 6: Mit dem Meraner Höhenweg endet die Alpenüberquerung
Heute stand die letzte Etappe meiner Alpenüberquerung an. Zum Abschluss konnte man sich entscheiden: entweder direkt nach Meran laufen oder mit der Seilbahn hinauf auf den Meraner Höhenweg fahren und von dort oberhalb der Stadt entlangwandern, bevor es mit der nächsten Seilbahn wieder hinunter nach Meran geht. Für den Höhenweg brauchte man nicht nur Schwindelfreiheit wegen der Seilbahn – auch die schmalen und steilen Wege hatten es in sich.
Unsere Gruppe teilte sich deshalb noch einmal auf. Das Pärchen, der Historiker und ich entschieden uns für den Höhenweg. Wie so oft auf dieser Reise lief jeder sein eigenes Tempo. An einer Alm oder einem Aussichtspunkt trafen wir uns immer wieder für ein kurzes Gespräch, ansonsten war ich die meiste Zeit allein unterwegs.
Ich glaube, das war das Anstrengendste, was ich jemals gemacht habe. Und gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass mich jede Wanderung zuvor und jede einzelne Etappe dieser Alpenüberquerung genau auf diesen letzten Tag vorbereitet hat.
Heute führte der Weg über weite Strecken knapp unter der 2.000-Meter-Marke entlang. Obwohl wir zwischendurch die Seilbahn genutzt haben, kamen am Ende trotzdem noch rund 1.250 Höhenmeter zu Fuß zusammen. Das hatte es wirklich in sich – körperlich genauso wie mental.
Auf diesen schmalen Wegen darf man nicht ständig zum Gipfel oder zum Ziel schauen. Man muss sich auf den nächsten Schritt konzentrieren. Nur auf den nächsten. Jeder einzelne Schritt muss sicher sitzen. Gerade dort oben, wo ein Ausrutscher schnell schlimme Folgen haben kann.
Dafür wird man mit einer Aussicht belohnt, die sich kaum in Worte fassen lässt. Deshalb gibt es heute auch ausnahmsweise zehn Bilder in der Galerie statt wie sonst sechs. Diese Landschaft hat es einfach verdient.
Als ich schließlich mit der Seilbahn nach Meran hinunterfuhr und anschließend die letzten Meter zu meinem Hotel lief, hatte ich tatsächlich Tränen in den Augen. Vor Stolz. Vor Erleichterung. Vor Freude. Ich konnte kaum glauben, dass ich diese Alpenüberquerung wirklich geschafft hatte.
Nach einer langen Dusche musste erst einmal Essen her. Vorspeise, Pizza und Nachtisch – nach diesem Tag hatte ich auf alles Hunger.
Jetzt sitze ich erschöpft im Hotelzimmer und schreibe diesen letzten Tagesbericht. Morgen geht es mit dem Bus zurück nach Füssen und von dort mit der Bahn wieder nach Hause.
Die Alpenüberquerung ist geschafft.
Was für ein Gefühl - krass.


Jeder Schritt hat gezählt.


Die Aussicht war jede Mühe wert.


Stolz bis ins Tal.


Ein Traum wurde wahr.


Geschafft.